Was tun Banken?

14. April 2013

Was tun Banken?

Banken nehmen ein und teilen aus: Geld.

Das hört sich harmlos an.

Das tut auch die Gütersloher Tafel: sie sammelt ein und teilt aus.

Aber so karitativ sind Banken nicht, vor allem nicht die privaten Geschäftsbanken.

Wir stehen hier vor der sogenannten bankery, einer Geschäftsidee, die den ursprünglichen Goldverkaufsautomaten mit einer Essenspausenversorgung kombinieren sollte.

Der Goldverkaufsautomat ist wohl mittlerweile verschwunden. Unser Geld war ja für Jahrzehnte auch durch die sogenannte Golddeckung vermeintlich abgesichert. Die Golddeckung musste mit den Kosten des Vietnamkrieges abgeschafft werden. Und es ist so auch eine Menge Geld verschwunden – durch Inflation – die kalte Enteignung der vielen kleinen Leute.
Die Reichen halten sich dafür ihre Banken mit den fantasievollen Finanzprodukten Hedgefonds, Derivatehandel, Hochfrequenzhandel, CDS_ = Credit Default Swaps = Versicherungen für faule Kredite.

Dieses Geld, was vorher den Beschäftigten durch Lohnkürzungen, Rationalisierung und Automatisierung entzogen wurde, wird ja nicht investiert.

Dafür wird es in Finanzprodukte gesteckt,die teils Risikobehaftet, teils unmoralisch sind. Das aber schon im Ansatz: die vielen Milliarden, die der Steuer entzogen worden sind – und Steueroasen gibt es ja nicht erst seit gestern – fehlen in der Volkswirtschaft, entweder als Sozialausgaben oder als Armutsausgleich, als Konsumausgaben oder als Konjunkturmotor.

Die Banken-Krise Ende 2007 hat dazu geführt, dass Politiker den Bankstern, den wahren Verursachern der Krise mit ihren Bonizuschlägen für Kahlschlagpolitik 5,6 Billionen d.h. 5600 Milliarden € zugeschustert haben (mit der Begründung „Systemrelevanz“), während noch 64 Milliarden in die Industrie geflossen sind – aber alles aus der Verpfändung unserer zukünftigen Steuern, die von den Steuerprivilegierten nicht gezahlt werden.

Wer ist eigentlich verantwortlich dafür, dass dieses Terrorregime des Finanzmarktgesteuerten Brutalkapitalismus so weitergehen kann? Ich denke: wir alle.

Und deshalb können wir als die 99 Prozent auch fordern: Der gesellschaftlich erarbeitete Reichtum gehört allen, er darf nicht weiter verzockt werden.

Die Entwicklung muss umgekehrt laufen: vorwärts in die demokratische Kontrolle der Banken, vorwärts in die demokratische Beteiligung bei Investitionsentscheidungen, vorwärts in die Nachhaltigkeit bei der Entwicklung unserer Gesellschaft und unseres ganzen Planeten.

Ich danke für eure Aufmerksamkeit.

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