Sehr geehrter Herr Watermann,

zur Abfrage der Arbeit des Naturparks Teutoburger Wald/Eggegebirge kann ich Sie nur beglückwünschen.

Es liegt mir selber sehr am Herzen, dass wir die wertvollen Naturressourcen erhalten und nicht weiter bedenkenlos zerstören, z. B. durch Straßen- und Autobahnbau.

Allerdings habe ich den Rückschlag noch nicht verwunden, der durch die Ablehnung des Nationalparks Senne-Teuto-Egge entstanden ist. Hier haben doch wenige interessierte Kräfte, die die Vernutzung der Natur zwecks eigenen Profits obenan stellen, der Gemeinschaft schwere Nachteile verschafft.

Ist der Weg über den Naturpark geeignet, da gegenzusteuern? Ich will es hoffen und schiebe Ihnen hiermit auch einen Großteil Verantwortung zu.

Zur 1. Frage. Naturparke werten die Region auf, wenn die Bewohner_innen mitgenommen werden bei der Planung und Sicherung, wenn Ihnen lukrative Finanzierungsmöglichkeiten bei naturangepassten Veränderungen ihres Wohnens und Arbeitens angeboten werden. Stärkung ländlicher Räume bedeutet aber auch Erschließung durch verkehrstechnische Anbindung im ÖPNV, sowohl für Einheimische wie für Touristen.

Zur 2. Frage: Naturparke können die biologische Vielfalt erhalten helfen, wenn Regelungen getroffen werden, die Außenbereiche und Kernzonen betreffen. Dabei sind Kernzonen unzugänglich zu halten. Hier
könnten die Bestimmungen für Nationalparkstandards helfen.

Zur 3. Frage: Die Verantwortungsträger und Ausführenden der Naturparke können Wege zu verstärktem Naturschutz eröffnen, welche am Ende von allen Bewohnern mitgegangen werden können. Dies wäre vielleicht auch die Lösung für die leider destruktiv verlaufende Diskussion um den Nationalpark.

Zur 4. Frage: Je mehr Naturräume sich wieder entwickeln können, desto attraktiver der Lebensbereich auch für Naherholende. Das wirkt natürlich auch auf Besucher, die davon Kenntnis erhalten und die positiven
Eindrücke weitertragen, so dass sich Tourismus auch durch Mundpropaganda entwickelt. Damit dieser Tourismus dann nicht kontraproduktiv wirkt, gilt es rechtzeitig einzuplanen, welche Bereiche sinnvoll begehbar sind und welche nicht.

Zur 5. Frage: Die erneuerbaren Energien sind mit einem Naturpark vereinbar, wenn Bereiche zugewiesen werden können, die sich z.B. für Windenergie eignen. Höhenzüge sind dabei zu bevorzugende windhöffige
Plätze. Hier die Fauna zu schützen, ist natürlich vorrangig, aber Kompromisse wie das Abschalten bei Flugzeiten seltener Fledermäuse sind ja denkbar. Ansonsten ließe sich Abfall- und Schnittholz aus
Forstarbeiten sinnvoll in Holzheizkraftwerken wie dem neuen hochtechnologischen der Stadtwerke Bielefeld (Nutzungsgrad 99%) nutzen.
Haussanierungen im Bereich der Naturparke sollten nicht ohne thermische oder elektrische Solarunterstützung vorgenommen, hier eben auch bevorzugt bezuschusst werden.

Zur 6. Frage: Zur Umweltbildung, die ich für ungeheuer wichtig halte, gehört natürlich die Möglichkeit, Natur umfänglich zu erleben. Nur was man kennengelernt hat, kann man auch schätzen und schützen wollen. Hier sind viele Vereine und Institutionen schon „im Geschäft“. ich selbst bin seit mehr als 25 Jahren Mitglied in der GNS, der Gemeinschaft für Naturschutz Senne, und nutze das Vereinshaus in Augustdorf für
pädagogische Aufenthalte, für die ich auch anderswo werbe.

Zur Frage 7: Die Konversion des Truppenübungsplatzes, auch aus Gründen pazifistischer Überzeugungen, ist für mich vorrangig. Das Kleinod Furlbachtal ist einmalig in dieser Region und verdient besonderen
Schutz. Eine Aufwertung dieses Naturschutzgebietes zum Nationalpark bleibt mein Hauptziel. Die Entscheidungen in diese Richtung werde ich hoffentlich positiv mit beeinflussen können.

Mit freundlichen Grüßen

Ludger klein-Ridder, Kandidat für DIE LINKE. im WK 131 Gütersloh

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