Gute Arbeit für Menschen mit Behinderung: Das muss drin sein

Auch im Wertkreis Gütersloh!

Reformbedarf in Werkstätten:
Unzufriedenheit in Werkstätten über geringe Löhne wächst

Endlich wird die Öffentlichkeit aufmerksam auf die Willkür, mit der Lohnkürzungen in Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) durchgesetzt werden: Im März berichtete das Wirtschaftsmagazin WISO des ZDF darüber, dass in der Wertkreis-Werkstatt Gütersloh durch Einführung eines neuen Entlohnungssytems mal eben mehr als der Hälfte der Beschäftigten der Lohn gekürzt wurde. 12 Beschäftigte entschieden sich, sich mit Klagen dagegen zur Wehr zu setzen. Diese sind noch nicht rechtskräftig entschieden.

Die LINKE in Gütersloh unterstützte die Beschäftigten mit einer am 12. September letzten Jahres angesetzten Demonstration, woraufhin der
Stadtverbandssprecher von der Werkstattleitung mit einer Unterlassungsklage vor dem Amtsgericht bedroht wurde, weil er gesagt hatte, der Werkstattrat habe im Vorfeld geäußert, dass Teilnehmer an dieser Anti-Lohndumping-Demonstration mit Problemen von Seiten der Werkstattleitung zu rechnen hätten und die Demo illegal sei.
Dieses sollte so nicht weiter behauptet werden, obwohl eine eidesstattliche Versicherung vorliegt, die genau das bestätigt.

Die Tragik der Werkstatträte ist, dass sie lieber kuschen, statt den vielen Menschen mit Behinderung, deren Interessen sie doch vertreten sollen, auf jede erdenkliche Weise zu helfen. Dass sie aber denen in den Rücken fallen, die den Werkstattbeschäftigten auch in der Öffentlichkeit Unterstützung und Respekt verschaffen wollen, das ist ein Höhepunkt der Selbstverleugnung.

Um zukünftigen Auseinandersetzungen dieser Art entgegenzuwirken, wären Alternativen wie der Mindestlohn auch für Menschen mit Behinderung oder ein bedingungsloses Grundeinkommen bedenkenswerte Massnahmen.

Ludger Klein-Ridder

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